In den Niederlanden sind Ampeln auf den Boden verlegt worden, weil die Menschen, selbst beim Überqueren der Straße, aufs Handy schauen. Und wer kennt das nicht, kaum, dass man wartend herumsteht, man nach dem Handy greift.Kaum jemand hält diesen kleinen Moment des Nichtstuns aus, sondern holt sich über den Blick aufs Handy einen kleinen Dopamin-Ausstoß im Gehirn.

 

Menschen werden zu Getriebenen

 

FOMO greift um sich, „Fear of missing out“ – die Angst, irgendetwas zu verpassen und damit abgehängt zu werden. Mit dieser Angst verbunden ist der ewige Hang zur Selbstoptimierung, den ich persönlich furchtbar finde, weil er die Menschen zu Getriebenen macht.

Die Tage las ich von jemandem, der meinte, er würde Social Media nicht mehr nutzen, weil der Vergleich mit den Menschen, die scheinbar immer gut drauf, gutaussehend, reich und und tollen Orten sind, sein inneres Getriebensein befeuern würden. Aber auch er hätte einige Tage gebraucht zu merken, dass a) niemand ihn vermisst und b) er nichts vermisst, sondern einfach nur mehr Zeit für die Dinge hat die ihm wirklich Freude bereiten.

 

Bist du Herrin über deine Zeit?

 

Und genau danach sehnen sich so viele Menschen. Mehr Zeit zu haben. Es scheint der Luxus der Moderne zu sein, Herrin über die eigene Zeit zu sein und so die Zeithoheit zu haben. So entsteht ein Gefühl von Freiheit. Wie eine Werbung so schön aufgreift: „Heute tue ich mal, was ich will. Nichts!“. Und zu sehen ist ein Mann, der in den Dünen am Meer sitzt.

Ich wette darum, das, würde er in der Realität dort sitzen, er eben nicht nichts tut, sondern schnell mal seine Mails oder neuesten Nachrichten checkt oder nachsieht, ob jemand sein Nichtstunbild vom Meer schon gelikt hat.

 

Hast du mal 10 Minuten für dich?

 

Wirklich nichts zu tun, und das ist eine kleine Übung, die ich Menschen manchmal mitgebe, fällt richtig schwer. Ich lade sie ein, sich zu einer festgelegten Zeit am Tag auf einen Stuhl zu setzen und 10 Minuten lang nichts zu tun.

Probiere es mal aus, und berichte mir, was dann in dir losgeht. Die Steigerung von den 10 Minuten ist die Vision Quest am Meer zu machen, in der du 4 Tage, wenn auch begleitet, eingeladen wirst, nichts zu tun.

 

Liebst du die Langeweile?

 

Die meisten Menschen meiden das Nichtstun, weil schnell Langeweile aufkommen kann und die damit verbundenen kribbeligen Gefühle. Sie spürendie innere Unruhe und halten es am Ende mit sich selbst nicht gut aus.

Ich erinnere mich selbst noch an die schier endlosen langweiligen Sonntagnachmittage, als ich 14 Jahre alt war,an denen die Zeit wie Sirup floss. Das Gefühl war fast unerträglich und ich war zu unerfahren, dies als Geschenk an mich selbst zu verstehen.

Dabei bietet die Langeweile überhaupt erst einmal den Raum, zu sich zu kommen und zu spüren, was hinter all der Alltagsaktivität steckt. Im Nichtstun liegt die Begegnung mit dem, was ist. Mit dir selbst, mit der Natur, und mit dem Göttlichen, was immer du darunter verstehst.

Erst darin kann echte Entwicklung stattfinden, weil sie aus dem Selbst heraus entsteht. Diese Lebenskunst zu pflegen, kann auch einfach heißen, sich mit sich selbst zu befreunden, so, wie man ist. Dann entsteht eine Ruhe, aus der heraus Entscheidungen getroffen werden können, die nachhaltig satt machen und als sinnvoll erlebt werden.

Aus meiner Sicht muss selbst das Nichtstun keinen Zweck haben.

 

Der Drang zur Selbstoptimierung ist unmenschlich

 

Mich nervt manchmal der ewige Drang zur Selbstverbesserung, der Menschen Kurs nach Kurs kaufen lässt, in der Hoffnung, irgendwann mal „fertig“ und vor allen Dingen „richtig“ zu sein.

Auch wenn die Persönlichkeitsentwicklung ein Teil dessen ist, was ich anbiete, finde ich das Getriebensein von Menschen, noch besser, noch schlauer, noch effizienter, noch schlanker etc. zu sein, nicht immer gesund.

Ich merke zunehmend, dass über diesen Zwang der Selbstoptimierung, und wahlweise ständigen Optimierung des eigenen Business, Menschen immer weniger zur Ruhe kommen. Oder depressiv werden, weil sie den Eindruck bekommen, dem, unter anderem in Social Media vorgegaukelten Ideal sowieso nie genügen zu können.

Wir müssen Möglichkeiten einmal nicht wahrnehmen, sonst wird unser Leben beliebig.

 

Im Nichtstun Frieden finden

 

Hier kommt wieder das Nichtstun ins Spiel. Auch wenn es auf eine Art zweckfrei ist, entsteht in diesem Raum, der sich entfaltet (außer dem Drang, nach dem Handy greifen zu wollen) überhaupt erst einmal die Möglichkeit, zu sich zu kommen.

Indem ich bei mir bin, kann ich im Grunde erst richtig entscheiden, was wirklich sinnvoll ist und als Nächstes zu tun oder zu lernen ist.

Und vielleicht ist es auch, gar nichts mehr zu tun, sondern sich und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Weil, wenn auch nur für den Moment, alles gut ist.

Das ist der Punkt, wo du echten Frieden findest.

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