Was mich gerade bewegt – meine Gedanken mäandern

Manchmal kommt mir das Online-Business wie ein Rennen vor, in dem jeder zeigt, wie cool, dynamisch, schlau und jung er ist. Das ist dann natürlich ein Garant dafür, dass man auch die supertollen Lösungen für die Probleme, oder Herausforderungen, wie es so schön im Business-Kontext heißt, bringen kann.

Lebenszeitfresser Social Media

 

Da werden Worte als Claim salonfähig, für die mir meine Mutter noch angedroht hat, den Mund mit Seife auszuwaschen. Social Media bindet mehr und mehr unsere Zeit, in dem es nicht mehr reicht, ein Bild einzustellen, sondern mindestens ein Video oder ein reels zu erstellen. Noch mehr meiner Lebenszeit soll dafür draufgehen, um vorne mitzulaufen.

Ich gebe zu, ich laufe gern vorne mit, aber um welchen Preis, frage ich mich gerade heute. Vor vielen Jahren habe ich ein Buch gelesen, dessen Autorin mir gerade nicht einfällt. Es ging darum, dass wenige Großkonzerne die Welt regieren und nahezu alles Leben im Internet stattfindet. Dort kann man als Avatar herumwandern und leider auch ermordet werden, wenn man eine andere Haltung als die Regierenden hat. Mit dem Tod im Netz war gleichzeitig auch der reale Körper gestorben.

Ein kleines „gallisches Dorf“ (Zitat für die, die Asterix lieben) sieht für sich eine andere, natürlichere, autonome Lebensweise vor und wird deswegen, da sie auch im Netz unterwegs sind, von den Beauftragten der Konzerne gejagt. (Falls jemand Titel und Autorin kennt, bitte schickt mir die Info)

Netflix bringt einen Film „The Social Dilemma“, in dem aufgezeigt ist, dass es im Interesse der sozialen Medien ist, uns so lange wie möglich im WWW zu halten, nicht zuletzt, weil damit mehr Daten abgegriffen werden können.

 

Macht das Sinn oder bin ich einfach nur müde?

Wenn ich gerade mal müde vom Rennen im Netz bin, schiebe ich das auf mein Alter und frage mich, ob ich wirklich jeden Tanz im Social Media mittanzen muss. Zumal, wenn ich den tieferen Sinn dahinter nicht immer erkennen kann.

In diesen Momenten fängt dann meine eigene Altersdiskriminierung an. Ich frage mich, ob ich Worte verwende, die kein Mensch mehr benutzt. Und ob meine Beispiele von Filmen und Büchern noch aktuell sind. Ihr wisst schon, als Twix noch Raider hieß und man Hände in Spülmittel badete. 😉

Eigentlich bin ich stolz darauf, dass ich deutliche mehr digitale Kompetenz habe, als die meisten Menschen meiner Alterskohorte.

Ich habe mich in so viele Systeme eingearbeitet und kann heute recht locker ein Freebie erstellen (mein aktuelles ist „5 Schritte für die richtige Entscheidung“), bei Canva designen, in WordPress hochladen, über Active Campaign zugänglich machen etc. etc.

Ich habe mir echt viel Kompetenz raufgeschafft und gerade lerne ich noch „Pinterest“.

Zu einer Zeit, als andere in Firmen, in denen ich beruflich unterwegs war, mir sagten: “Der ist 50, der will nicht mehr lernen.“, habe ich mit 55 angefangen, mir ein Onlinebusiness aufzubauen und die Mechanismen dahinter zu erkennen.

Gesucht: Weibliches Rollenvorbild mit grauen Haaren

Ich finde relativ wenig Frauen in meinem Alter, die auch online präsent sind, Filmschauspielerinnen ausgenommen, die mir als Rollenvorbild im Onlinebusiness dienen könnten. Klar, Greta Silver finde ich super.

Mich von den gesellschaftlichen Zuschreibungen frei zu machen, was die grauen Haare angeht, ist innere Arbeit für mich.

Wo Männer mit grauen Schläfen gerade interessant und Vorstandsvorsitzende werden, fangen Frauen an, sich zu überlegen, ob sie die Haare färben lassen. Bei Frauen werden graue Haare nicht mit Seniorität verbunden, sondern mit Altern und damit Abbau der Leistungsfähigkeit und Attraktivität.

Ich persönlich finde die unterschiedliche gesellschaftliche Zuschreibungen für Männer und Frauen für die gleiche Haarfarbe haarsträubend.

Für viele Frauen ist es aktuell ein mutiger Schritt, die Farbe rauswachsen zu lassen und zu ihrem Silber zu stehen.

Da werde ich doch lieber zur Marke

Wenn ich das so schreibe, denke ich, ich muss mal eine Aktion von machen, um neue Rollenbilder zu kreieren. Gerade, wo ich diesen Blog im Co-Working der Content Society schreibe, meint eine, wir könnten ja unter dem Motto „Grey is beautiful“ etwas veranstalten. Das finde ich super.

Der Vorteil meiner grauen Haare und der damit sichtbaren Lebenserfahrung ist, dass mich nichts so schnell aus der Fassung bringen kann. Ich habe persönlich so viele unterschiedliche Lebenswelten durchschritten, dass mir klar geworden ist, dass nichts absolut ist und es immer interessante neue Lösungen für Herausforderungen gibt und das Leben bunt ist.

Am Ende ist doch wichtig, wie man sich fühlt, wozu man Lust hat und wie man sein Leben gestalten will.

Und diese Gestaltungsmacht hat wohl eher mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun, die aus meiner Sicht nicht unbedingt altersabhängig ist.

Den eigenen Lifestylebusiness auszubauen hat daher doch eher mit Selbstbewusstsein und Lust zu tun, als mit Alter oder Haarfarbe.

Und da gilt es aus meiner Sicht eher zur Marke zu werden, weil die Menschen sich von dem, was man zu sagen hat, angezogen fühlen. Das sagen übrigens auch die, die sich mit dem Business der Zukunft beschäftigen: Dass wir Authentizität schätzen und eher dort kaufen werden. Da gehört mein Grau dann einfach zu meiner Marke.

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